Sie mieten die Leistung nach Bedarf und zahlen meist pro Monat und Nutzer. Beispiele sind Microsoft 365, Google Workspace oder Dropbox.
Wie funktioniert die Cloud technisch?
Cloud-Dienste laufen nicht auf einem einzelnen Server, sondern auf virtualisierten Ressourcen in einem oder mehreren Rechenzentren des Anbieters. Statt eine physische Maschine zu betreiben, mieten Sie Rechenleistung, Speicher oder fertige Software, die auf vielen Servern gleichzeitig für zahlreiche Kunden bereitsteht, streng voneinander getrennt (Mandantentrennung).
Der Anbieter übernimmt Hardware, Stromversorgung, Kühlung, Netzwerk und die Grundabsicherung des Rechenzentrums. Sie greifen über das Internet oder eine gesicherte Verbindung zu, meist per Browser oder App, und zahlen nach Nutzung oder im Abo. Skalierung nach oben oder unten ist in der Regel eine Frage von Minuten, nicht von Wochen wie beim Kauf eigener Hardware.
Für wen ist die Cloud relevant?
Für die meisten KMU in Deutschland und der Schweiz ist die Cloud heute der Normalfall, nicht die Ausnahme: Microsoft 365, Buchhaltungssoftware und CRM laufen praktisch durchgängig in der Cloud. Relevant wird die bewusste Entscheidung vor allem bei wachsenden Unternehmen ohne eigene IT-Abteilung, bei reguliertem Geschäft mit Anforderungen an Datenstandort und Nachweisbarkeit, und beim Ersatz einer alten, in die Jahre gekommenen Server-Infrastruktur.
Weniger passend ist reine Cloud-Nutzung, wenn Spezialsoftware zwingend lokale Hardware braucht, wenn Latenz eine harte Anforderung ist, etwa in der Produktion, oder wenn vertraglich eine bestimmte Datenhoheit verlangt wird, die nur On-Premises oder ein Rechenzentrum im Inland erfüllt. In diesen Fällen ist eine hybride Lösung meist der bessere Mittelweg als ein Entweder-Oder.
Was müssen Sie vor dem Wechsel in die Cloud klären?
Ein Wechsel in die Cloud ist kein reiner Technik-Schalter, sondern eine Entscheidung über Verantwortung und Kontrolle. Bevor Sie migrieren, klären Sie fünf Punkte, die später teuer werden, wenn sie fehlen.
- Welche Daten wandern in die Cloud, und welche bleiben aus regulatorischen Gründen im Haus?
- In welcher Region liegen die Daten, und lässt sich das vertraglich zusichern?
- Ist eine Auftragsverarbeitungsvereinbarung (DE) beziehungsweise eine Auftragsbearbeitungs-Vereinbarung (CH) mit dem Anbieter unterschrieben?
- Wer ist wofür verantwortlich: der Anbieter für die Infrastruktur, Sie für Konfiguration und Zugriffsrechte (Shared-Responsibility-Modell)?
- Wie kommen Sie im Ernstfall wieder heraus, mit welcher Exit-Strategie und welchem Datenexport?
Welche Fehler passieren beim Cloud-Einstieg am häufigsten?
Der häufigste Fehler ist Fehlkonfiguration, nicht ein Einbruch beim Anbieter: offene Freigaben, zu weit vergebene Zugriffsrechte oder ein vergessener Testzugang, der nach aussen offen bleibt. Cloud-Sicherheitsvorfälle entstehen überwiegend so, nicht durch eine durchbrochene Anbieter-Infrastruktur.
Zweiter Klassiker: die Annahme, der Anbieter sichere ohnehin alles automatisch. Viele SaaS-Anbieter garantieren die Verfügbarkeit ihrer Infrastruktur, aber kein separates Backup Ihrer Inhalte, sodass ein gelöschter Ordner oder ein Ransomware-Vorfall im eigenen Konto ohne eigenes Backup unwiederbringlich ist. Drittens fehlt oft die Auftragsverarbeitungsvereinbarung, obwohl personenbezogene Daten verarbeitet werden, und viertens wird nie kalkuliert, was der Ausstieg beim Anbieterwechsel kostet, bevor der Vertrag unterschrieben ist.
Worauf sollten Sie bei einem Cloud-Anbieter achten?
Nicht jeder Cloud-Anbieter ist für regulierte KMU gleich geeignet. Prüfen Sie über den Preis hinaus die folgenden Punkte, bevor Sie unterschreiben.
- Anerkannte Zertifizierung wie ISO 27001 oder eine Selbstauskunft nach dem BSI-Kriterienkatalog C5
- Klar benannter Speicherort der Daten, im Idealfall EU oder Schweiz, mit vertraglicher Zusage
- Eine unterschriebene Auftragsverarbeitungs- beziehungsweise Auftragsbearbeitungsvereinbarung
- Transparenz über eingesetzte Subunternehmer und deren Standorte
- Klare Exit-Klauseln zu Datenformat, Frist und Kosten bei Vertragsende
Was treibt Kosten und Aufwand einer Cloud-Migration?
Wie aufwendig ein Umstieg wird, hängt weniger vom Cloud-Dienst selbst ab als von dem, was davor steht: die Zahl und das Alter der Altsysteme, Sonderfälle wie Individualsoftware ohne Cloud-Pendant, und wie viele Daten migriert werden müssen. Regulatorische Anforderungen an Datenresidenz oder Protokollierung erhöhen den Konfigurationsaufwand zusätzlich.
Laufend treiben vor allem Lizenzmodell, Nutzerzahl und die Frage, ob zusätzlich zur Miete ein separates Backup eingekauft wird, die Kosten. Dazu kommt Schulungsaufwand, wenn Mitarbeitende an neue Werkzeuge gewöhnt werden müssen. Auf der anderen Seite entfallen Investitionen in eigene Hardware, deren Wartung und der Ersatz nach wenigen Jahren, was die Rechnung über die Zeit oft ausgleicht.
| Kriterium | Cloud | Eigener Server (On-Premises) |
|---|---|---|
| Wartung | Liegt beim Anbieter | Liegt bei Ihnen oder Ihrem IT-Partner |
| Kostenmodell | Laufende Miete, meist pro Nutzer und Monat | Hohe Anfangsinvestition, danach Betrieb |
| Skalierung | Innerhalb von Minuten möglich | Bindet an vorhandene Hardware |
| Datenstandort | Abhängig von Anbieter und gewählter Region | Vollständig selbst bestimmt |
| Ausfallsicherheit | Redundanz meist im Anbieterpreis enthalten | Muss selbst aufgebaut werden |
Häufige Fragen
Ist die Cloud sicherer als ein eigener Server?
Grosse Cloud-Anbieter investieren in Sicherheitsmassnahmen, die ein einzelnes KMU allein kaum stemmen kann. Die meisten dokumentierten Cloud-Vorfälle entstehen aber durch Fehlkonfiguration beim Kunden, nicht durch den Anbieter selbst. Sicherheit ist damit eine geteilte Aufgabe.
Sind meine Daten in der Cloud DSGVO-konform?
Das lässt sich erreichen, ist aber nicht automatisch der Fall. Nötig sind eine Auftragsverarbeitungsvereinbarung nach Artikel 28 DSGVO, ein geklärter Datenstandort und eine saubere Konfiguration von Freigaben und Aufbewahrung.
Brauche ich in der Cloud noch ein eigenes Backup?
Ja. Die meisten Anbieter sichern die Verfügbarkeit ihrer Infrastruktur, nicht aber ein wiederherstellbares Backup Ihrer Inhalte gegen Löschung, Ransomware oder Fehlbedienung. Ein separates, getestetes Backup gehört auch in der Cloud dazu.
Was bedeutet Shared Responsibility?
Der Anbieter verantwortet die Infrastruktur darunter. Sie verantworten, was Sie darauf konfigurieren: Zugriffsrechte, Freigaben, Nutzerkonten. Die meisten Sicherheitsvorfälle entstehen im Teil, für den Sie selbst zuständig sind.
Kann ich später von der Cloud zurück auf einen eigenen Server?
Technisch meist ja, praktisch nur mit Aufwand. Klären Sie Exit-Bedingungen wie Datenformat und Fristen schon beim Vertragsabschluss.
Was ist der BSI-Kriterienkatalog C5?
Ein vom BSI veröffentlichter Kriterienkatalog für Mindestanforderungen an sichere Cloud-Dienste, gegen den sich Anbieter prüfen lassen können.
Quellen
- Kriterienkatalog C5 (Cloud Computing Compliance Criteria Catalogue), Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), 2025
- What is the EU Data Boundary?, Microsoft Learn, 2025
- Outsourcing (Auftragsdatenbearbeitung), Art. 9 nDSG, Eidgenössischer Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter (EDÖB), 2026